2. Schmelzvorgang
Der Schmelzvorgang von Glas erfolgt in mehreren Stufen:
Die erste Stufe ist die Rauhschmelze. Sie umfasst das Schmelzen des Gemenges und deren Homogenisierung. Die zweite Stufe ist die Läuterung. Hierbei werden die Gase ausgetrieben. Die dritte und letzte Stufe ist das Abstehen, d.h. das Glas wird für die weitere Verarbeitung abgekühlt.
Bei der Glasschmelze im Ofen gibt es zwei Typen: den Hafen- und den Wannenofen.
Im Hafenofen findet der Schmelzvorgang in seperaten Perioden in den sogenannten Häfen statt. Der Hafen ist ein hitzebeständiger Behälter in dem man das Gemenge schmilzt. Der Ofen wird als erstes geheizt bis die gebrauchte Temperatur erreicht ist. Im nächsten Schritt wird das Gemenge in die einzelnen Häfen gegeben und solange erwärmt bis es flüssig ist. Nach der Erwärmung wird das Gemenge auf die richtige Verarbeitungstemperatur abgekühlt und kann weiter bearbeitet werden.
Der Wannenofen kann kontinuierlich schmelzen. Er eignet sich daher zur maschinellen Verarbeitung von Glas. Die Abfolge der einzelnen Schritte ist hier räumlich getrennt. Das Gemenge wird zuerst in einem rechteckigen Becken erwärmt und muss der Glasentnahme entsprechen. Das Aufheizen der Schmelzwanne erfolgt langsam. Im Bereich der Läuterung werden verbleibende Blasen in der Schmelze ausgetrieben. Durch die hohe Festigkeit der Schmelze geschieht dies nur langsam, daher werden ebenso hohe Temperaturen benötigt wie zum Schmelzvorgang. Dem Läuterbereich folgt die Arbeitswanne. Für die Formgebung sind relativ niedrigere Temperaturen notwendig, deshalb muss das Glas vorher abkühlen. Ein Kanal, genannt Durchfluss, verbindet die Schmelzwanne mit der Arbeitswanne. Das Glas fließt dann von der Arbeitswanne bis zu dem Punkt an dem es entnommen wird.

