Technische Infos Laborglas

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LABORATORY GLASSWARE
LABORGLAS
SIMAX-GLAS
Erzeugnisse aus SIMAX-Glas sind glatt und nicht porös, absolut durchsichtig, katalytisch indi erent, korrosions-
beständig auch bei langzeitigen Operationen, ausreichend homogen und ohne Anwesenheit von heterogenen
Partikeln.
Das SIMAX-Glas ist umweltfreundlich und ist aus ökologischer Sicht völlig unschädlich.
Die Glashütte KAVALIER reiht sich zu den renommiertesten Weltproduzenten, die Erzeugnisse aus Borosilicatglas
des Typ 3,3 liefern.
CHEMICAL COMPOSITION
(Hauptkomponente in Gewichtsprozenten)
SiO
2
B
2
O
3
Na
2
O + K
2
O Al
2
O
3
80.6 13 4 2.4
DIE BESTÄNDIGKEIT
Wasser bei 98 °C (nach ISO 719) HGB 1
Wasser bei 121 °C (nach ISO 720) HGA 1
Säuren (nach ISO 1776) 1
Einfl uss der Alkaliengemisch- Wasserlösung (nach ISO 695) A2 oder besser
Borosilicatglas SIMAX 3.3 ist hochbeständig gegen Einwirkung von Wasser, neutrale und saure Lösungen, starke
Säuren und ihre Mischungen, gegen Chlor, Brom, Jod und organische Substanzen. Auch bei langfristigem Einwirken
und bei Temperaturen über 100°C überragt dieses Glas mit seiner chemischen Beständigkeit die meisten Metalle
und andere Rohsto e.
Infolge des Einwirkens von Wasser und Säuren setzt das Glas nur eine kleine Menge von meistens einwertigen
Ionen frei. Gleichzeitig bildet sich auf der Glasober äche eine schwache, durchlässige Silicatgelschicht, die die
Beständigkeit gegen weitere Einwirken gewährleistet. Fluorwassersto , heiße Phosphorsäure und alkalische
Lösungen wirken auf die Glasober äche in Abhängigkeit von Konzentration und Temperatur
.
SIMAX: PHYSIKALISCHE EIGENSCHAFTEN
PHYSIKALISCHE DATEN
Mittlerer Koeffi zient der linearen Wärmeausdehnung
_ (20 °C; 300 °C) laut ISO 7991 3.3 x10
6
K
–1
Transformationstemperatur T
g
525 °C
Glastemperatur bei der Viskosität d in dPa . s 10
13
(obere Kühlungstemperatur) 560 °C
Glastemperatur bei der Viskosität d in dPa . s 10
7,6
(Erweichungstemperatur) 825 °C
Glastemperatur bei der Viskosität d in dPa . s 10
4
(Arbeitsbereich) 1260 °C
chster kurzfristitiger zulässiger Arbeitsbereich 500 °C
Dichte l bei 20 °C 2,23 g. cm
–3
Elastizitätsmodul E (Young´s -modulus) 64 . 10
3
MPa
Poissonsche Konstante µ 0,20
Wärmeleitzahl h (20 bis 100 °C) 13.3 x10
6
K
–1
MECHANICAL STABILITY OF SIMAX GLASS
Mechanical properties and service life of products made of the SIMAX glass are largely done by the stage of their
nish, especially in their entirety, i.e. depth failure on surface in manipulation and secondary thermal treatment.
Ritzhärte der Glasmasse 6° Mohs-Skala
Zulässige Zugbeanspruchung 3.5 MPa
Zulässige Biegungsbeanspruchung 7.0 MPa
Zulässige Druckbeanspruchung 100.0 MPa
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LABORGLAS
THERMISCHE EIGENSCHAFTEN DES GLASES SIMAX
Die hohe Beständigkeit der Erzeugnisse aus SIMAX-Glas gegen plötzliche Temperaturwechsel – Wärmestabilität –
ist durch den niedrigen Koeffi zient der linearen Wärmeausdehnung, den relativ niedrigen Elastizitätsmodul im Zug
und der relativ hohen Wärmeleitfähigkeit bestimmt, was einen niedrigeren Temperaturgradient in der Wand des
Produktes zur Folge hat.
Bei Abkühlen und Erwärmen des Glasproduktes entsteht eine unernschte Innenspannung. Das Zerbrechen des
Glasproduktes infolge der Temperaturveränderung wird durch die Zugbeanspruchung an der Produktober äche
verursacht, die durch das Einwirken der linearen Ausdehnbarkeit des Glases bei schneller Abkühlung von der Pro-
duktober äche entsteht.
Infolge eines mechanischen Fehlers an der Produktober äche kann die thermische Beständigkeit wesentlich redu-
ziert sein
.
Wanddicke (in mm) Beständigkeit gegen Wärmeschock (D °C)
1 303
3 175
6 124
10 96
Je nach Bedarf kann der Hersteller eine genaue Errechnung vornehmen.
KÜHLEN DES GLASES SIMAX
Das Kühlen stellt einen thermischen Prozess dar, durch den das Entstehen unernschter und unzulässig hoher
thermischer Spannung im Glas, welche die Beständigkeit des Produktes reduzieren würde, verhindert oder die
bereits entstandene Spannung beseitigt wird.
Der Kühlungszyklus verläuft in drei Stufen:
Temperaturerhung (Erhitzen des Produktes) durch Erwärmungsgeschwindigkeit von der Eingangstemperatur
bis zur oberen Kühltemperatur.
Haltedauer (Verweilen, Temperieren, Stabilisieren) des Produktes an der oberen hltemperatur, wodurch der
Ausgleich der Temperaturunterschiede im Produkt und die Reduzierung der Spannung auf ein akzeptables Niveau
erzielt werden muss.
Temperaturerssigung (Kühlen und Nachkühlen) des Produktes durch Abkühlungsgeschwindigkeit von der
oberen auf die untere Kühlungstemperatur (diese Phase ist wichtig, da es zur Entwicklung von Dauerspannung
kommen kann) und von der unteren Kühlungstemperatur auf die Endtemperatur oder auf die Umgebungstempera-
tur (wichtig für die nachfolgende Manipulation mit den Produkten).
TEMPERATURBEREICH
Maximale Wanddicke
Erhitzen Halten Abkühlen
20–550 °C 560 °C 560–490 °C 490–440 °C 440–40 °C
3 mm 140 °C/min 5 °C/min 14 °C/min 28 °C/min 140 °C/min
6 mm 30 °C/min 10 °C/min 3 °C/min 6 °C/min 30 °C/min
9 mm 15 °C/min 18 °C/min 1,5 °C/min 3 °C/min 15 °C/min
12 mm 8 °C/min 30 °C/min 0,6 °C/min 1,6 °C/min 8 °C/min
OPTISCHE EIGENSCHAFTEN DES GLASES SIMAX
SIMAX-Glas ist durchsichtig und klar und weist keine wesentliche Absorption im sichtbaren Spektrumteil auf.
Die Durchlässigkeit der UV-Strahlung ermöglicht die Verwendung der Produkte aus Simax-Glas für fotochemische
Reaktionen.
Brechungsindex (h = 587,6 nm) n
d
1.473
Fotoelastische Konstante (DIN 52314) K 4,0.10
6
mm
2
.N
–1
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LABORGLAS
LICHTDURCHLÄSSIGKEIT
ELEKTRISCHE EIGENSCHAFTEN DES GLASES SIMAX
Das Simax-Glas ist bei üblichen Temperaturen nichtleitendes Material – es ist Isolierstoff .
Spezi scher Widerstand in feuchtigkeitsbeständig. Umgebung (20 °C) höher als 10
13
10
15
1.cm
Dielektrizitätskonstante ¡ (20 °C, 1 MHz) 4,6
Verlustwinkel tg b (20 °C, 1 MHz) 4,9 . 10
-3
Dielektrische Verluste steigen steil mit zunehmender Temperatur und ändern sich mit der Frequenz.
KUNSTSTOFF-ERGÄNZUNGSTEILE
Das Laborglas Simax wird mit verschiedenen Kunststo elementen ernzt, deren Eigenschaften in der folgenden
Tabelle angeführt sind.
VERWENDETE KUNSTSTOFFE BEI LABORGLAS
Materialien für Kunststoff -Ergänzungsteile
Typ Bezeichnung Temperaturbeständigkeit (°C)
PE Polyäthylen – 40 bis + 80
PP Polypropylen – 40 bis + 140
PBT Polybutylenterephtalat – 45 bis + 180
PTFE Polytetrafl uoräthylen – 200 bis + 260
ETFE Äthylen-Tetrafl uoräthylen – 100 bis + 180
VMQ Silikongummi – 50 bis + 230
NR Lebensmittelgummi – 40 bis + 70
FKM Fluorkautschuk – Viton – 20 bis + 200
N.K. Naturkork – 20 bis + 200
D
urchlässigkeit des Spektrums
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
0 1000 2000 3000 4000 5000 6000
W
ellenlänge (nm)
D
urchlässigkeit (%)
Spektrale Durchlässigkeit
Wellenlänge (nm)
Durchlässigkeit (%)
Wanddicke 1 mm
Wanddicke 2 mm
Wanddicke 5 mm
Wanddicke 9 mm
Wanddicke 1 mm
Wanddicke 2 mm
Wanddicke 5 mm
Wanddicke 9 mm
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LABORGLAS
GRUNDSÄTZE FÜR DIE ANWENDUNG DES LABORGLASES SIMAX
. REINIGUNG
Laborglas kann entweder manuell oder in Laborspülmashine unter Verwendung der üblichen Spül- und Desinfekti-
onsmittel gereinigt werden. Wir empfehlen, das Glas vor der ersten Benutzung abzuspülen.
Laborglas, das mit Infektionsstoff en in Kontakt kommen kann, muss mit Heißluft oder Dampf gesäubert und steri-
lisiert werden. Somit wird das Ankleben von Unreinheiten und die Beschädigung des Glases durch möglicherweise
anklebende Chemikalien verhindert.
A) Manuelle Reinigung:
a) Laborglas auswischen und abwaschen mit einem Lappen oder Schwamm und mit Spüllösung.
b) Keine abrasive Spülmittel verwenden, denn sie können Kratzer am Glas verursachen.
c) Verhindern Sie langzeitigen Kontakt mit alkalischer Umgebung bei Temperaturen über 70 °C , es nnte der
Aufdruck vernichtet werden.
B) Maschinelle Reinigung in Laborspülmaschine:
Das Spülen des Laborglases die Spülmaschine ist schonender als die manuelle Reinigung. Das Glas kommt nur eine
relativ kurze Zeit während der Abspülphase mit der Spüllösung in Kontakt, wo die Lösung auf die Glasober äche
gesprüht wird.
Beim Einlegen des Glases in die Spülmachine ist gegenseitigen Anstößen vorzubeugen.
. SICHERHEITSHINWEISE FÜR DIE BENUTZER
Setzen Sie das Laborglas niemals plötzlichen Temperaturänderungen aus. Das heiße Glas nicht aus dem Trockner
nehmen und auf einen kalten oder nassen Labortisch legen. Diese Warnung gilt besonders für dickwandiges Glas,
wie Saugkolben und Eksikkatoren.
Vor jedem Evakuieren oder Druckbelastung der Glaskolben nehmen sie eine visuelle Kontrolle des einwandfreien
Zustands vor (tiefe Ritze, Anschläge usw.). Beschädigte Glaskolben dürfen nicht benutzt werden für Arbeiten
unter Druck oder Vakuum.
Mit Laborglas unter Druck oder Vakuum muss vorsichtig umgegangen werden (z.B. mit Saugkolben, Eksikkato-
ren).
Das Glas keinen plötzlichen Druckänderungen aussetzen.
Um Spannungen im Glas zu vermeiden, dürfen die Glaskolben unter Vakuum oder Druck nicht von einer Seite oder
mit o ener Flamme erwärmt werden.
Laborglas mit achem Boden (z.B. Erlenmeyer-Kolben, Kolben mit fl achem Boden) darf keiner Druckbeanspru-
chung ausgesetzt werden.
Chemische Beständigkeit bei Kunststoff en
Substanzgruppen + 20°C PE PP PBT PTFE ETFE VMQ NR FKM N.K.
Alkohole ++ ++ ++ ++ ++ + + +
Aldehyde + + ++ ++ ++ + + +
Laugen ++ ++ +/– ++ ++ + +
Ester + + + ++ ++ +
Äther + ++ ++ +
Kohlenwasserstoff e aliphatisch ++ ++/+ ++ ++ ++
Kohlenwasserstoff e aromatisch + ++/+ ++ ++ ++
Kohlenwasserstoff e halogeniert + + ++ ++ ++
Ketone + + +/– ++ ++ ++
Säuren verdünnt oder schwach ++ ++ ++ ++ ++ + ++ +
Säuren stark ++ ++ + ++ ++ ++
Säuren oxidierende + ++ ++ +
++ = sehr gute Beständigkeit
+ = gute Beständigkeit
= geringe Beständigkeit
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LABORGLAS
LABORFLASCHEN SIMAX
Die Labor aschen sind aus Borosilicatglas 3.3. mit hervorragenden chemischen Eigenschaften und hoher Tempera-
turbeständigkeit hergestellt. Sie sind chemisch beständig und stabil. Die Flaschen mit einem Kunststoff -Ausgies-
sring vervollständigt ermöglichen ein leichtes Ausgiessen der Flüssigkeit. Alle Flaschen ab 100 ml Inhalt und mehr
haben übereinstimmende Gewindegrösse, die Schraubverschlusskappen kann man gegenseitig austauschen.
Flasche, Ausgiessring und Schraubverschlusskappe können sterilisiert werden.
Behandlungshinweise:
a) Einfrieren der Substanzen:
Lassen Sie die Flasche in Schräglage gefrieren (ca. 45 °) und maximal zu ¾ gefüllt (Volumenausdehnung).
Temperaturlimit: -40 °C , denn die Kunststoff kappen und Ausgiessringe halten keine niedrigeren Temperaturen
aus.
b) Auftauen der Substanzen:
Das Auftauen gefrorener Substanzen kann durch Tauchen der Flasche in ein Flüssigkeitsbad erfolgen (der Tem-
peraturunterschied darf nicht 100 °C übersteigen). Das gefrorene Material erwärmt sich somit gleichmäßig von
allen Seiten und die Flasche wird nicht beschädigt. Das Auftauen kann man ebenfalls von oben her durchführen, so
dass sich die Ober äche zuerst ver üssigt und das Material expandieren kann.
c) Sterilisieren:
Beim Sterilisieren darf die Schraubverschlusskappe nur locker auf die Flasche gesetzt werden (höchstens eine
Umdrehung schrauben). Beim Verschliessen der Flasche erfolgt kein Druckausgleich. Ein somit entstandener
Druckunterschied kann den Bruch der Flasche zur Folge haben.
d) Druckbeständigkeit:
Die Labor aschen sind nicht für Arbeiten unter Druck oder Vakuum geeignet.